Rolle der Frau
Im Mittelalter waren Frauen, wir würden heute sagen, juristisch nicht selbstständig. Sie standen unter der Munt, also unter der Schutz- und Rechtsgewalt eines Vormundes, der über alle Fragen die Entscheidungsgewalt hatte. Zunächst war das bis zur Eheschließung der Vater bzw. der nächste männliche Verwandte. Mit der Eheschließung ging die Munt auf den Gatten über. Dem Mann war es erlaubt, seine Frau zu züchtigen.


Prügelszene um 1493
Für Frauen konnte es im Mittelalter auch aus anderen Gründen gefährlich werden. Aberglaube und Angst führten dazu, dass alle nicht erklärbaren Erscheinungen und Ereignisse auf den Teufel und seine Gespielinnen, die Hexen zu rückzuführen sind. Immer wenn irgendein unerklärliches Ereignis geschah, waren Hexen dafür verantwortlich. Auch wenn die grausamen Hexenverfolgungen erst ab etwa 1540 einsetzten und der tausende Frauen zum Opfer fielen, gab es bereits im Mittelalter Hexenverfolgungen. Wer einmal vor dem Gericht der Inquisition stand, hatte kaum eine Chance, freigesprochen zu werden. Die Foltermethoden erreichten in der Regel immer Geständnis. Und wenn nicht, gab es immer noch das Gottesurteil. Vereinfacht dargestellt: eine Frau wurde gefesselt ins Wasser geworfen. Ging sie unter, war sie unschuldig, welch ein Glück!

Folterszene

Hexenverbrennung

Die sog. Wasserprobe
