Badestuben
Orte der Lust und des Lasters
Die heilende Wirkung von Bädern war schon seit Karl dem Großen bekannt. Während des gesamten Mittelalters hindurch badeten Männlein und Weiblein gemeinsam und dabei selbstredend nackt, wie alle Darstellungen derartiger Badeszenen aus dieser Zeit zeigen.
In jeder Stadt gab es öffentliche Badehäuser, in denen Bademägde oder Badeknechte für das Wohl der Gäste verantwortlich waren. Und da die Badestuben nicht nur dem eigentlichen Baden dienten, sondern ganz allgemein Orte des Vergnügens waren, gehörten zu den Dienstleistungen der Mägde und Knechte auch sexuelle „Befriedigung“ der Gäste. Deshalb kamen die Badestuben immer mehr in Verruf und hatten zunehmend Bordellcharakter.

Mittelalterliche Badestube
Die Prostituierten, damals houre, gemeyn frauw oder auch Hübschlerin genannt, waren entweder in einer Stadt sesshaft oder sie zogen durch die Lande, z.B. mit Heeren oder auch von Ereignis zu Ereignis, wie großen Messen oder Konzilen. Gerade bei Messen reichten die örtlichen ansässigen Huren nicht aus, die Wünsche der zahlreichen Gäste zu befriedigen. Im Mittelalter gab es eine strenge Kleiderordnung, es war genau festgelegt, was an Kleidung für den jeweiligen Stand angemessen war. Das galt besonders für die „gemeyn frauw“. Diese mussten durch besonders auffälige Kleidungsstücke oder Accesoirs als Hure gekennzeichnet sein. In einigen Städten war z.B. die Farbe gelb vorgeschrieben.

Eine "Hübschlerin" sprich einen Freier an
